Aller guten Dinge sind drei… Oder nicht?

Vor Weihnachten ist es mal wieder soweit – inzwischen ist es ja gute, alte Tradition: Regisseur Peter Jackson bringt den dritten und somit letzten Teil der „Hobbit“-Trilogie auf die Kinoleinwände der Welt.

Während das Buch „Der Herr der Ringe“ von vorneherein genügend Stoff für die  drei entsprechenden Kinofilme lieferte, so war dies bei dem lediglich 400 Seiten starken Buch „Der Hobbit“ von Beginn an umstritten und wurde skeptisch betrachtet. Nachdem die ersten beiden Kinofilme zum „Hobbit“, also „Eine unerwartete Reise“ und „Smaugs Einöde“ noch recht unterhaltsam waren, stellte sich auch dem eingefleischtesten Hobbit-Kenner und -Fan die Frage, wie man noch einen dritten Film mit Content füllen kann und will. Zumal der „Hobbit“ auch erst als Zwei- und nicht als Dreiteiler geplant war, was dann wohl monetären Interessen zuliebe modifiziert wurde… Drei Filme bringen eben mehr Geld als zwei…

An Smaug aus dem zweiten Teil knüpft der aktuelle Film an: Der Drache rast vor unbändigem Zorn, zerstört alles, was ihm in den Weg kommt. Die Menschen flüchten nach Erebor zu Thorin, seinem Zwergen-Gefolge und dem Hobbit Bilbo Beutlin. Der von der Drachenkrankheit gepackte Thorin jedoch versagt  den Menschen aus Seestadt die Hilfe, die Elben dagegen wollen die Menschen unterstützen. Und der dunkle Herrscher Sauron sendet die Orks. Ein erbarmungsloser Krieg scheint unausweichlich – schlussendlich stehen sich fünf Heere gegenüber. Lediglich Bilbo versucht, die Situation zu retten…

Wir haben uns nun gestern den dritten Film „Die Schlacht der fünf Heere“ angeschaut – und ja, leider bestätigten sich die Befürchtungen. Der Film ist durchaus spektakulär und actionreich – die investierten 250 Millionen Dollar  sind eindeutig zu erkennen – Kampfszenen noch und nöcher, kraftvoll und voller Schwung, zudem langwierige und intensive Verabschiedungen. Eines aber fehlt dem Film zumindest aus meiner Sicht ein wenig: Der Film krankt an einem Mangel an Erzählkultur, wie sie zum Beispiel im zweiten Film in der Story rund um den Drachen Smaug zu finden und zu genießen war. Oder um es ganz klar zu sagen: Streckenweise war er mir zu monoton. Das ergreifende, versöhnliche Ende besänftigt meine kleine Seele ein bisschen, aber dennoch: Ich habe das Buch „Der kleine Hobbit“ als Kind gelesen und vor ein paar Jahren, als die Filme von Peter Jackson die Kinosäle eroberten, noch einmal – und ich finde meine Vorstellung von damals nicht so richtig in dem letzten Teil wieder…

Der Film ist ein erstklassiger Kriegsfilm, daher durchaus empfehlenswert, mit raffinierten und harten Schlachten und Kämpfen jeglicher Couleur,  ich jedoch habe ganz klar einen emotionalen Bezug vermisst, eine phantasievolle Erzählweise, gespickt mit Bildern, wunderbar und verwunschen, die mich als Zuschauer packt, mitreisst und buchstäblich aus meinem derzeit kalten, winterlichen Berliner Alltag heraus wenigstens für zweieinhalb Stunden  ins ferne  Mittelerde entführt…

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2 Antworten zu Aller guten Dinge sind drei… Oder nicht?

  1. terencehorn schreibt:

    War ich am Donnerstag drin. Fand den Film nicht so gut! Der Zwergkönig hat übelst genervt und Spannung kam auch nie auf.

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  2. travelbug schreibt:

    Ja, es hat das gewisse Etwas gefehlt… Viele Grüße aus Bangkok!

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