Leaving the comfort zone #17: Berlusconi und das Rentier

Man verzeihe mir bitte, dass ich auch im Rahmen dieses kleinen Blogprojekts  nicht gänzlich auch politische (oder zumindest politisch angehauchte) Kommentare verzichten kann.

Vor wenigen Monaten war ich in Helsinki – zum ersten Mal. Eine in Finnland lebende Freundin, die ich dort traf, kennt meine Vorliebe, neue, unbekannte und zumindest für mich ungewöhnliche Dinge auszuprobieren und schlug mir vor, Pizza essen zu gehen – und zwar natürlich eine ganz spezielle: Die Pizza Berlusconi der skandinavischen Pizzakette Kotipizza… Was verbirgt sich dahinter? Etwas sehr Nordisches… Nämlich: Eine Pizza mit geräuchertem Rentierfleisch…

Hier mein Teller mit selbiger Pizza:

IMG_3551

Da ist das gute Stück in seiner ganzen Schönheit…

 

Anfänglich war ich ein wenig unsicher, wie dies denn schmecken kann, aber ganz ehrlich: Geschmacklich fand ich die Pizza eher unspektakulär… Aber die Geschichte, wie es zu dieser Pizza inklusive ihrem Namen kam,  ist dafür umso spannender…

Der Hintergrund: Der damalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi äußerte im Jahr 2005, die Finnen äßen ja wohl nichts  anderes als geräuchertes Rentier, Prosciutto sei ihnen dagegen fremd. Auslöser für diese Aussage war der Konflikt um den Sitz der EFSA, der Lebensmittelbehörde der Europäischen Union – zur Diskussion standen Helsinki oder Parma. Schlussendlich wurde es Parma.

Ebenfalls erwähnenswert und pikant: Kotipizza legt wert darauf, dass „Berlusconi“ (die Pizza wohlgemerkt) keine Eier habe… Auch der italienischen Presse war diese Pizza eine Meldung wert…

By the way: Kotipizza gewann mit der Pizza im März 2008 einen Pizzawettbewerb in New York – vor zwei Pizzabäckern aus der Heimat der Pizza, aus Neapel…

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2 Antworten zu Leaving the comfort zone #17: Berlusconi und das Rentier

  1. Alison Winter schreibt:

    Ich probiere auch immer gerne exotische Gerichte aus, wenn sie denn vegetarisch sind. Das gehört für mich einfach dazu, wenn man in einem fremden Land zu Gast ist. Man schaut sich die Gegend an, die Stadt, das Land und dazu gehört eben auch sich kulinarisch weiter zu bilden.

    Süße Grüße
    Alison von TeaCatsandGlitter.de

    Gefällt mir

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