Leaving the comfort zone #26: Coca-Cola goes green…

comfort zoneVor vielen Jahren hörte ich zum ersten Mal davon: 2010 auf einer Reise nach Kolumbien  suchte eine Mitreisende auf einem Markt in Bogotá krampfhaft nach einer geheimnisvollen Pflanze… Nein, nicht was Ihr denkt… Es geht weder um Coca – in vielen südamerikanischen Ländern übrigens völlig legal und problemlos  erhältlich als Tee oder auch einfach als Pflanze und ein  super Mittel gegen die Höhenkrankheit, was in den Anden sehr hilfreich ist – noch um Ayahuasca, sondern es ist viel profaner: Es ging um Stevia rebaudiana, dem sogenannten Süßkraut oder auch Honigkraut, aus dem der Zuckerersatzstoff Stevia gewonnen wird. Damals war Stevia in der Europäischen Union noch nicht zugelassen und somit auch nicht erhältlich.

Zugelassen  ist Stevia in Form der Steviolglycoside in der Europäischen Union seit dem 2. Dezember 2011 – Genotoxizität und Karzinogenität konnten nicht nachgewiesen werden.

Stevia scheint ein absolutes Zaubermittel zu sein: Die Süßkraft soll 450 mal so hoch wie bei Zucker sein, Stevia erzeugt kein Karies und ist für Diabetiker geeignet. Stevia boomt und man sich diesem mir ein bisschen unheimlichen Hype kaum entziehen (alle Hypes sind mir unheimlich, aber das nur am Rande). Ein Freund von mir ist inzwischen derart steviaphil, dass er gar keinen „normalen“ Zucker („bösen Industriezucker“ ;-)) mehr zuhause vorrätig hat.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch der Softdrink-Produzent schlechthin auf den Hype aufsprang. Von wem spreche ich? Von der Coca-Cola Company natürlich… So wenig ich das Gebaren dieser internationalen Großkonzerne von Nestlé über Apple bis hin zu Coca-Cola auch mag, so wenig kann ich mich ihm entziehen. Sprach sie, löffelte einen Nestlé-Joghurt und tippte in ihr MacBook.

Mir hat Coca-Cola gerade im Studium viel geholfen wachzubleiben und mich auch dann noch konzentrieren zu können, wenn ich  tage- und nächtelang lernte, um in Klausurzeiten allen Stoff in meinen kleinen Schädel zu prügeln… Literweise trank ich sie dann. Ich trank Cola und aß dazu tafelweise Schokolade. Koffein und Zucker olé! Aber das galt Gott sei Dank nur für die Klausurzeiten…

Die negativen Seiten der Cola sah ich oft in armen Ländern in Lateinamerika, wo Coca-Cola teilweise preiswerter als Wasser und eigentlich immer billiger als Milch war, in riesigen Kanistern verkauft  und oftmals den Kleinsten der Kleinen schon im Babyfläschchen gereicht wurde – mit Folgen, die von Konzentrationsschwäche über Karies und Schlaflosigkeit bis hin zu Aggressionen reichten. Ein großer Markt mit unglaublichem Potential für Coca-Cola – vor allem, wenn es in den Ländern an Bildung(schancen) mangelt. Mehr zu der Thematik findet man auf meinem alten Reiseblog: „Wahre Probleme“.

Und nun hat dieses Unternehmen also seine Liebe zu Stevia entdeckt… Seit kurzem gibt es jetzt die sogenannte „Coca-Cola Life“, eine „grüne“ (Nachtigall, ich hör dir trapsen) Cola, nach einer Testphase in Argentinien, Chile und Großbritannien auch auf dem deutschen Markt.

IMG_5982Eine grüne Cola, eine natürliche Cola – da schau an: 37 Prozent des Zuckers werden durch Stevia-Extrakt ersetzt, so dass 100 ml Coca-Cola Life nur 27 Kilokalorien haben – so berichtet es Coca-Cola auf der Website.

Ich war sehr gespannt und gleichzeitig ein wenig skeptisch… Den Geschmack der konventionellen Cola liebe ich ja, den Nachgeschmack von Steviaprodukten habe ich als nicht ganz so angenehm, sondern eher ein bisschen bitter in Erinnerung.
Ok, den inneren Schweinehund überwinden und mal probieren… Test läuft:

Fertig. Hm, ok. Sie schmeckt nicht ganz wie die normale Cola, aber durchaus akzeptabel. Dennoch denke ich, dass ich – wenn ich die Wahl habe – eher bei der normalen bleibe. Kalorien und Zucker hin oder her…

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Eine Antwort zu Leaving the comfort zone #26: Coca-Cola goes green…

  1. Moni´s Bloghütte schreibt:

    Huhu Anita

    Also ich kann mich an die Stevia nicht gewöhnen. Der Nachgeschmack ist mir einfach zu Bäh. 🙂 da bleibe ich lieber bei der richtigen Coca. Und da es die nicht jeden Tag bei uns gibt ist das schon mal kein Problem.

    Liebe Grüße Moni

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