Leaving the comfort zone #37: Ich habe ein neues Pony. Nein, einEN neuEN…

comfort zoneManchmal sind die Artikel in der deutschen Sprache ja wirklich sehr entscheidend (was ich auch immer meinen Sprachkursteilnehmern klarzumachen versuche), denn manchmal bestimmt der jeweilige Artikel darüber, was gerade nun wirklich gemeint ist, z.B. im Falle des Wortes „Pony“. So sehr ich mich natürlich auch über „ein Pony“ (das Pony) freuen wurde, so wenig ich kann ich mir ein kleines Pferdchen leisten. In diesem Fall geht es eher um „einen Pony“ (der Pony), den ich beim Frisur erhalten kann…

Ja. Genau. Ich war mal wieder beim Friseur. Und das will schon etwas heißen – denn wenn ich mal zum Friseur gehe, dann bedeutet es: VERÄNDERUNG und davor hat man meistens ja Angst. Egal, ob es um Länge oder Farbe geht – aber es ist immer eine Form von Einschnitt.

Und wenn frau zum Friseur geht, dann hat es oft ja auch den Hintergrund, dass man einen Cut (im wahrsten Sinne des Wortes) vollziehen möchte.

In meinem Fall besteht die haartechnische Veränderung darin, dass ich meine Frisur, eigentlich ja eher Unfrisur (denn es ist keine wirkliche), ein wenig updaten wollte: Bisher hängen meine Haare einfach herunter, wie sie eben sind: Lang und lockig.

Das Problem mit lockigen Haare ist, dass man zwar eine Idee haben kann, was man mit ihnen machen möchte, man aber nie weiß, ob es auch möglich ist – auch der Friseur kann da oftmals nur experimentieren. Nachdem ich meinen Lieblingsfriseursalon „Hair Affair“ in der Kreuzberger Friesenstr. in der letzten Zeit geradezu sträflichst vernachlässigt habe, schrieb ich aus dem Urlaub in Lissabon eine Mail und bat um einen Termin. Dieses Mal kam ich mit einer Idee an, mit der ich zwar seit vielen Jahren schwanger gehe, aber vor der ich schlussendlich immer einen Rückzieher machte: Anita wollte oben erwähnten Pony… Einen Pony, den hatte ich vor Jahrzehnten schon mal: Hier der Fotobeweis – man möge die schlechte Bildqualität entschuldigen – es handelt sich um alte, eingescannte Fotos aus den 80ern!

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Die beste Friseurin der Welt, die – wie könnte es anders sein  – bei meinem Lieblingsfriseur  arbeitet – und die meine Kuddelmuddelhaare seit mittlerweile bestimmt einem Jahrzehnt kennt – hatte ich per Mail schon über mein Vorhaben vorgewarnt. Jahrelang war ich allerdings nicht da gewesen, aber sie erkannte meinen Namen in der Mail und schrieb zurück: „Anita! Ich erinnere mich an VIELE Locken!“ Ich lasse das mal so stehen…

Als ich kam, hatte sie auch schon ein paar Ideen zu meinem Wunsche zusammengestellt, die sie aber immer mit Bezug auf meine Locken mit dem Hinweis versah: „Wir müssen erst einmal schauen, wie stark sich deine Haare kringeln…“ Sie schnitt mir zuerst wie gewünscht die Spitzen und dann tasteten wir uns vorsichtig an den Pony heran. Und am Ende sah es dann so aus… Meine Friseurin war zufrieden, ich, naja, im Grunde auch, aber ein bisschen muss ich mich noch daran gewöhnen… Ein Freund von mir meinte, ich sähe „total 70er Jahre-mäßig aus“. Damit kann ich leben…

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Ein Selfie direkt nach dem Friseurbesuch auf meinen Balkon, während ich noch stark mit mir fremdelte…

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4 Antworten zu Leaving the comfort zone #37: Ich habe ein neues Pony. Nein, einEN neuEN…

  1. MarisaM schreibt:

    vielen Dank für deinen Kommentar, die Frisur steht dir 🙂
    lg

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  2. MalerKlecksi schreibt:

    Die Frisur steht dir gut.
    Ich bin immer etwas neidisch auf Naturlocken, ich habe von Natur aus extrem glatte Haare. Wo andere ein Glätteisen brauchen muß ich einfach nur Lufttrocknen lassen. Manchmal versuche ich so etwas ähnliches wie wenigstens eine Welle reinzuföhnen, klappt auch für ca 30 Minuten, dann ist alles wieder glatt. Was soll ich sagen, man ist nie mit den Haaren zufrieden, die man nun mal hat.
    Aber noch mal, der Pony sieht wirklich gut aus.

    LG Alex

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