Leaving the comfort zone #38: „Sauberes Essen“…

comfort zone

Derzeit wird der moderne Großstädter geradezu überschwemmt von neuartigen Foodtrends und Ernährungsstilen, deren Reichweite und (zumindest attribuierte) Relevanz  fast die eines jeweils eigenen Lebensstils hat. Einer der neuesten und in Berlin auch angesagtesten Trends ist das sogenannte „Clean Eating“, wobei mich hier die Begrifflichkeit ein wenig stört: Als wäre alles andere, was es an Nahrung auf dem Markt gibt, schmutzig… Nun ja… Bei „Clean Eating“ geht es darum, möglichst naturbelassene Produkte zu verwenden, d.h. keine Produkte, denen Zusatzstoffe (Konservierungsstoffe, Aromastoffe etc.) hinzugefügt wurden. Im Grunde versuchte ich rein intuitiv schon immer, so zu leben, ohne bisher einen Fachterminus dafür gekannt zu haben.

Im Berliner Friedrichshain hat im Mai dieses Jahres ein Restaurant eröffnet, dessen Betreiber sich genau diesem Trend verschrieben haben: In der hippen Warschauer Straße – zwischen vegetarischen oder gar veganen Supermärkten, Secondhandläden und als Clubs genutzten ehemaligen Industrieanlagen – also genau dem, was Berlin vor allem mit Blick aus dem Ausland auf diese Stadt ausmacht – befindet sich das „The Bowl“. Und der Name ist Programm: In einem sehr angenehmen Ambiente wird das „saubere Essen“ in großen, weißen Schüsseln dargeboten.  Die Speisekarte umfasst sehr viele spannende Leckereien, so dass wir uns kaum entscheiden konnten und am liebsten quer durch  das Angebot probiert hätten. Letztendlich wählte meine Begleitung die „Raw Salat Bowl“ und ich  die „Italian Bowl“, überdies Guacamole als kleiner Appetizer…

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Italien Bowl: Bohnen Spaghetti, Zucchini Nudeln, italienische Tomatensauce mit Gemüse, Shiitake Pilze, Walnuss Parmesan, Cherrytomaten, Basilikum, Mixed Green mit Avocado Dressing

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Superfood Guacamole mit Raw Flaxseed Cracker

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Raw Salad Bowl: Avocado Slices, Cherrytomaten, Rote Beete Carpaccio, raw pickled Shiitake, Zucchini Nudeln, Sprossen, Karotten, Sellerie, Flaxseed Cracker, Mixed Greens mit Cashew Cheese Cream und Teriyaki Dressing

 

Ja, was soll ich es sagen – ich werde sicherlich noch einmal wiederkommen, denn es war sehr schmackhaft, vor allem die Zucchini- sowie Bohnennudeln haben es mir sehr angetan und mich dazu bewogen, mir einen Spiralschneider zuzulegen, um dieses Geschmackserlebnis nun auch zuhause öfters genießen zu können. Neben diesen delikaten Hauptspeisen gibt es im „The Bowl“ unter anderem auch feine Desserts, leckere Smoothies und auch die Möglichkeit zu frühstücken – und das alles zu auch bezahlbaren Preisen (wenn auch natürlich nicht täglich).

Der einzige Aspekt, der mich an derartigen Trends immer ein wenig abstößt, ist der, dass jeder Trend zum alleinig wahren Lifestyle stilisiert wird, der jedoch nach wenigen Monaten schon vom nächsten abgelöst wird. Aber gut, das ist wohl einfach unserer Zeit geschuldet. Insgesamt gefällt mir das Konzept des „Clean Eating“ sehr gut, vor allem die Tatsache, dass man sich wirklich einmal wieder intensiver mit der Nahrung als solcher beschäftigt und nicht nur sinnentleert im Supermarkt den Einkaufswagen von der Werbung getrieben vollschaufelt – ohne Sinn und Verstand.

Daher: Daumen hoch für das „The Bowl“ und das Konzept insgesamt.

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