Leaving the comfort zone #42: Alte Liebe rostet nicht…

comfort zoneLange habe ich sie vernachlässigt, eine alte Leidenschaft: Während ich als Kind praktisch jeden Samstagnachmittag im Stadion meines Lieblingsvereins Bayer 04 Leverkusen  mitfieberte, die Vita jedes einzelnen Leverkusener Kickers geradezu herunterbeten konnte  und in jeder Stadt, die ich besuchte, auf jeden Fall noch das Stadion besichtigen musste, habe ich in den letzten Jahren annähernd komplett den Bezug zum Fußball verloren – vielleicht einmal abgesehen von der Nationalmannschaft.

Das konnte, nein, durfte (!) so einfach nicht bleiben, fand ein guter Freund von mir, seines Zeichens großer BFC-Dynamo-Fan, eines Vereins, der mir aufgrund meines früheren Lieblingsspielers Andreas Thom, der kurz nach der Wende 1990 als erster DDR-Spieler von eben jenem BFC Dynamo nach Leverkusen wechselte, mehr als nur ein Begriff war. Den Jahn-Sportpark hatte ich mir damals im Jahr 1990 auch schon einmal angeschaut – aber auch das ist nun schon sage und schreibe 25 Jahre her – man glaubt es kaum.

IMG_8440IMG_8418Nun also war es soweit, dass mich besagter Freund zu einem Pokalspiel des viertklassigen BFC Dynamos mitnahm. Ein bisschen fühlte es sich zuerst an, als ginge ich irgendwie auf eine gewisse Weise fremd, schließlich war, nein, bin ich doch zeit meines Lebens Bayer 04-Fan und nun stand ich auf einmal inmitten der BFC-Fans. Aber schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich wie zuhause, denn die Dynamo-Fans nahmen mich sehr freundlich auf. Sofort war ich Teil des Ganzen und konnte das Spiel – trotz der Niederlage des BFCs – genießen.

IMG_8420Es war schön, wieder einmal dabei sein zu dürfen – und das auch noch in einem vergleichsweise unkommerziellen Umfeld. Die Kommerzialisierung des Bundesliga-Fußballs, die vor ein paar Jahren rapide zunahm, war einer der Gründe, die mich damals vom Fußball wegbrachten: Das Stadion in Leverkusen wurde (wie seinerzeit fast jedes Stadion in der Bundesliga) umbenannt, es gab irgendwann keine Stehplätze mehr und Fußball verkam ein wenig zum emotionsfreien (oder zumindest -armen) Spaß für VIP-Zuschauer, die aber mehr am Champagner, der im VIP-Bereich kredenzt wurde, als am eigentlichen Sinn der Veranstaltung interessiert waren, der normale Fußballfan hingegen blieb auf der Strecke.

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Beim Spiel des BFC Dynamos fühlte es sich nun aber wieder recht ursprünglich an, es roch nach Bratwurst und Bier ;-), die Stände, an denen man Schals kaufen konnte, wirkten (entgegen der professionellen Fanshops in der Bundesliga) angenehm improvisiert – kurzum: Es war ähnlich dem, was ich aus den 80er Jahren noch aus der Bundesliga kannte, geradezu eine Reise in die Vergangenheit. Auch wenn ich kein BFC-Fan bin bzw. werde, aber ich hoffe sehr für den BFC und seine Anhänger, dass die Kommerzialisierung nicht auch hier eines Tages greift…

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