Leaving the comfort zone #44: Eine alte Nutzpflanze geht ihren Weg

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… trat damit endlich aus dem Schatten des Zwillings und wurde wiederentdeckt…

An diesem Wochenende fand in Berlin mal wieder die Lange Nacht der Museen statt und ich ging natürlich auf die Suche nach Neuem und Spannendem… Fündig wurde ich im Hanfmuseum, einem kleinen und in der Nähe des Nikolaiviertel gelegenen Museum, in dem der Hanf von jeglicher Seite  beleuchtet wurde. Mit dem illegalen Gebrauch, der ja in Berlin eher locker gehandhabt wird, kann ich soviel nicht anfangen (oder besser gesagt: gar nichts) – das ist nicht meine Welt.

Während Hanf zumeist nur mit Drogen assoziiert wird, so hat er jedoch ein weitaus umfassenderes Wirkungsspektrum. Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen und seit 2011 dank seiner schmerz- und entzündungshemmenden Wirkung als Medikament zugelassen.

Abseits dessen wird die Ölfrucht aber auch mehr und mehr wiederentdeckt  in ihrer  Funktion als Lebensmittel oder Ingredienz von Kosmetika. In diesem Punkt wird der Hanf dann auch für mich sehr interessant. Hanf liefert viele essentielle Fettsäuren sowie wertvolles Protein.

Eine Legende besagt, dass sogar schon Buddha während des Fastens pro Tag einen Hanfsamen verzehrte, da er so protein- und fettreich sei. So kam der Hanf auch zu seinem Beinamen „Kraut der Armen“ – Hanf versorgt den Körper mit lebensnotwendigen Stoffen.

Wenn wir von Hanf sprechen, müssen wir unterscheiden zwischen Nutz-Hanf und dem Hanf, der speziell für den Drogenkonsum gezüchtet und angebaut wird. Nutz-Hanf darf in Deutschland sei 1996 angepflanzt werden, allerdings darf er kein oder nur extrem wenig THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten, das für die Rauschwirkung verantwortlich ist. Nutz-Hanf hat dementsprechend keinerlei berauschende Wirkung.

Was lässt sich nun also mit dem Nutz-Hanf konkret anfangen?

Die Blätter lassen sich zu Tee verarbeiten. Die Früchte, die Nüsse, liefern Eiweiß ohne Ende, haben nämlich mit 22 Prozent einen höheren Eiweißgehalt als Soja und versorgen den Körper mit essentiellen Aminosäuren, Vitamin B und E. Die Nüsse lassen sich geröstet und gesalzen als Snack verwenden oder als würzige Beigabe zum morgendlichen Müsli. Außerdem kann man die Nüsse zermahlen und in dieser Konsistenz zum Backen von Brot, Kuchen, Waffeln und sogar Nudeln nutzen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass Hanf-Mehl aufgrund seiner Glutenfreiheit mit normalem Mehl gemischt werden muss. Nussallergiker haben im Normalfall auch kein Problem mit Hanf-Nüsschen.

Das aus den ungeschälten Samen gepresste Hanf-Öl sorgt bei Speisen für eine nussig-würzige Note und ist in seiner Wertigkeit mit Lein- und Walnussöl gleichzusetzen. Die ungesättigten Fettsäuren des Hanf-Öls stärken das Abwehrsystem des Körpers, regulieren den Blutdruck und wirken positiv auf Haare und Haut. Letzeres  kann sowohl innerlich als auch äußerlich stattfinden.

Im Hanfmuseum befindet sich ein kleines, gemütliches Café, in dem Leckereien aus Hanf dargeboten wurden, z.B. Brot, Kuchen und auch Waffeln. Ich konnte den Waffeln nicht widerstehen – aber wer kann einem das verdenken?

Hanfwaffel mit Vanilleeis

Hanfwaffel mit Vanilleeis

Sehr lecker, allerdings habe ich, wenn ich ganz ehrlich bin, den Hanf nicht recht herausschmecken können…

Kurz lassen sich die Erkenntnisse des Besuches im Hanfmuseum zusammenfassen: Wer unter Hanf nur den THC-haltigen versteht und Hanf darauf reduziert, tut dieser alten, aber sehr wertvollen Nutzpflanze unrecht. Nutz-Hanf ist vielseitig einsetzbar und für den Menschen ein gesundes Lebensmittel und Kosmetikum.

Quelle:

http://www.onmeda.de/g-ernaehrung/hanf-1119.html

– http://www.zentrum-der-gesundheit.de/hanf-ia.html

– Hanfmuseum Berlin

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